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Naturfotografie in den Diepholzer Mooren

  1. Lage und Anreise
  2. Einzigartiges Biotop
  3. Das Neustädter Moor
  4. Goldenstedter Moor
  5. Kranichfotografie im Rehdener Geestmoor
  6. Pflanzenwelt im Moor
  7. Insektenreichtum der Moore
  8. Die Ausrüstung
  9. Fazit
  10. Download Diepholzer Moore

Lage und Anreise

Der Naturraum Diepholzer Moorniederung befindet sich zum größten Teil in Niedersachsen und liegt im Städtedreieck Bremen-Osnabrück-Hannover. Die Gesamtgröße des Gebietes beträgt ca. 118.000 ha und darauf entfallen rund 24.000 ha, die sich auf 15 Hochmoore verteilen.

Anfahrt Diepholzer Moorniederung
Zur besseren Orientierung habe ich links eine Übersichtskarte beigefügt (für mehr Details bitte links auf die Karte klicken). Die Wegbeschreibung ist natürlich davon abhängig, welches der 15 Moore man bereisen möchte. Da ich nun aber auch nicht alle Moore kenne, beschränke ich mich in meinem Bericht auf einige wenige, auf die ich nachfolgend näher eingehen werde. Grundsätzlich sind fast alle Moore mit dem Auto gut zu erreichen. Die Erreichbarkeit der meisten Moore mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist dagegen sehr eingeschränkt und bestenfalls sollte man zusätzlich mit einem Fahrrad das Gebiet erkunden. Wer von etwas weiter entfernt aus dem Norden oder Süden die Diepholzer Moorniederung mit dem Auto bereisen möchte, wird über die Autobahn A1 die besten Anbindung haben.
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Einzigartiges Biotop

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Die Diepholzer Moorniederung besteht aus offenen Hochmooren, Heidelandschaften und Feuchtwiesen und ist damit ein bedeutendes Gebiet für viele seltene Brutvögel und bestimmte Pflanzen, die diese Vegetation der Hochmoore benötigen. Das charakteristische Merkmal dieser kargen, flachen Gegend ist der mineralsalzarme und feuchte Lebensraum, der eine einzigartige Flora und Fauna zur Folge hat. Die Moore sind zum Teil wiedervernässt worden und der Naturraum hat, insbesondere im Herbst, eine große Bedeutung für die Kranichrast erlangt. In vielen Mooren werden zur Pflege der Landschaft Moorschnucken eingesetzt, die ausgezeichnet an den Lebensraum der Moorlandschaften angepasst sind.
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Das Neustädter Moor

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Das 2200 ha. große Neustädter Moor gehört zu der Gemeinde Wagenfeld und man erreicht es vom Süden aus über die Ortschaft Ströhen (siehe Anfahrt).
Es gibt zwei Parkplätze auf dem Weg zum Moor, wobei die südlichere Parkmöglichkeit an einer BUND-Station vorbeiführt und der nördliche Parkplatz im der Nähe vom Aussichtsturm liegt. Auch wenn man die Moorflächen selber nicht betreten darf, so gibt es doch viele Wege die ins Moor führen und seit einiger Zeit existiert auch ein Erlebnispfad, auf den man sich mitten ins Moor bewegen kann. Das Neustädter Moor bietet über das ganze Jahr verteilt genügend Fotomotive. So kann man z.B im Juli den Sonnentau, eine fleischfressende Pflanze, entdecken. Auch die Glockenheide oder das Wollgras, welches ab März beginnt zu blühen, sind lohnende Fotomotive. Im Herbst kann man eine große Anzahl von Kranichen beobachten, die den Abend reingeflogen kommen und die wiedervernässten Mooren zur Übernachtung nutzen. Auch wenn es im Moor neben den Kranichen viele kleinere Vögel zu beobachten gibt, wie z.B. Neuntöter, Raubwürger oder die Heidelerchen, so sind die fotografischen Möglichkeiten doch sehr beschränkt. Die Fluchtdistanzen sind sehr groß und man hat weder die Möglichkeit aus dem Auto zu fotografieren, noch darf ein Tarnzelt aufgestellt werden. Neben der Pflanzenwelt bleibt aber noch die Moorlandschaft die sich in jeder Jahreszeit in einem anderen Licht präsentiert.
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Goldenstädter Moor

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Das Goldenstedter Moor ist auch unter dem Namen "Großes Moor bei Barnstorf" bekannt. Das Moor liegt im Dreieck zwischen den Orten Vechta, Barnstorf und dem nördlich liegenden Goldenstedt. Von der Landstraße L881, der Vechtaer Straße, gelangt man zum Moor, indem man in südlicher Richtung 5 km der Arkeburger Straße folgt (siehe Anfahrt). Das Moor bietet neben den Parkmöglichkeiten ein Informationszentrum und einen Lehrpfad. Außerdem werden zwischen März und Oktober Moorfahrten mit der Moorbahn angeboten. Für mich persönlich ist das Goldenstedter Moor eines meiner Lieblingsmoore in der Diepholzer Moorniederung und eignet sich besonders gut zur Landschaftsfotografie. Viele Moore, wie auch das Goldenstedter Moor, wurden vor langer Zeit entwässert um es urbar zu machen. Durch die Wiedervernässung seit 1984 hat das Moor dann sein ursprüngliches Aussehen wieder gewonnen. Die Kombination aus Torf- und Wasserflächen macht für mich den fotografischen Reiz dieses Moores aus. Das Moor steht unter Schutz und so darf man nur auf den ausgewiesenen Wegen das Moor erkunden. Zur Zeiten des Kranichzuges im Herbst werden einige Wege zusätzlich gesperrt.
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Kranichfotografie im Rehdener Geestmoor

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Das Rehdener Geestmoor liegt zwischen Diepholz und Wagenfeld und man erreicht es am besten entlang der B239 (siehe Anfahrt). Quer durch das Moor durchläuft der Moordamm, der auch mit dem Auto befahrbar ist. Das etwa 1800 ha große Moor steht unter Naturschutz und wurde in den 1990er Jahren renaturiert. Im Süden vom Moordamm befindet sich ein dreistöckiger Aussichtsturm mit einem Parkplatz. Von dort hat man einen sehr schönen Überblick über das gesamte Moor. Dieser Turm ist auch Sammelpunkt vieler Ornithologen, wenn im Herbst der Kranichzug beginnt. Vom Turm aus kann man den Einflug von Tausenden Kranichen an ihren größten Schlafplatz in der gesamten Diepholzer Moorniederung gut beobachten. Das Fotografieren empfehle ich dennoch nicht vom Turm aus, denn zum einen sind die Entfernungen zu den Kranichen sehr weit und dann erschweren auch noch die vielen Besucher auf dem Turm ein vernünftiges Fotografieren. Baut man sein Objektiv auf ein Stativ wird schnell klar warum dies der Fall ist, denn der Holzboden gibt jede Bewegung der Besucher an das Stativ weiter. Ich suche mir lieber eine Stelle abseits der vielen Besucher. Einen optimalen Standplatz kann ich allerdings nicht empfehlen, da dies immer auch abhängig davon ist, aus welcher Richtung die Kraniche einfliegen und das wechselt praktisch täglich.
Klick für größere Ansicht Der beste Monat mit den größten Kranichvorkommen im Rehdener Geestmor ist der November. Leider ist der November auch meist der Monat mit dem trübsten Licht, aber auch das kann ja einen besonderen Reiz bei der Kranichfotografie haben. Tagsüber halten sich die Kraniche auf den abgeernteten Flächen rund um das Moor auf. Hier kann man guten Erfolg haben, wenn man im dem Bereich der Düversbrucher Straße die Nebenstraßen abfährt. Die Fluchtdistanzen der Kraniche sind aber auch beim Fotografieren aus dem Auto heraus noch recht groß. Wenn man näher an die Kraniche heran will, so sollte man sich eine Stelle am Randgebiet des Moores suchen und bei dem zuständigen Landwirt eine Erlaubnis für den Aufbau eines Tarnzeltes hohlen.
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Pflanzenwelt im Moor

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Das Moor ist äußerst nährstoffarm und so haben nur wenige Pflanzen eine Chance auf diesem Boden zu gedeihen. Eine typische Moorpflanze ist der Sonnentau. Diese fleischfressende Pflanze bezieht ihre Nährstoffe nicht aus dem kargen Boden, sondern ernährt sich von den Insekten, sie sich unvorsichtigerweise auf die Pflanze gesetzt haben. Der nur wenige Zentimeter hohe Sonnentau ist nicht immer einfach zu entdecken und auch nicht ganz einfach zu fotografieren, da ein Stativ zu viel Höhe schafft, bleibt einem oft nichts anderes übrig, als die Kamera direkt auf dem Boden zu legen, um die Pflanze auf Augenhöhe zu fotografieren. Die Schärfentiefe ist meist äußerst gering, da man sich fast immer im Maßstab 1:1 bewegt. Da die Pflanze zu den bedrohten Arten zählt ist beim Fotografieren äußerte Vorsicht geboten, damit man das Umfeld und die Pflanze nicht beschädigt!
Klick für größere Ansicht Viel einfacher als den Sonnentau zu fotografieren, sieht es bei dem Wollgras aus. Wollgras kommt in Mooren recht häufig vor und die beste Zeit in der Diepholzer Moorgegend, ist Mitte bis Ende Juni, denn dann zeigen sich die "Wattebäusche" in voller Pracht. Gegenlichtaufnahmen haben meiner Meinung nach bei dieser Pflanze einen ganz besonderen Reiz. Wenn man die Pflanze ohne Bewegungsunschärfe fotografieren möchte, sollte man sich allerdings einen relativ windschwachen Tag dafür aussuchen. Ebenso häufig wie das Wollgrass im Moor sind Glockenheide, Besenheide, Pfeifengras, Torfmoos, Moosbeere und natürlich die Birke, die ebenfalls mit dem nährstoffarmen Boden gut zu Recht kommt.
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Insektenreichtum der Moore

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Vom Frühjahr bis zum Herbst sind die Moore von unzähligen kleinen und größeren Insekten bevölkert. Während die Stechmücken im Hochsommer sehr lästig sein können, so drängen sich vor allem die Libellen, einige Schmetterlinge oder auch Spinnen als Motive in den Vordergrund. Um den stechenden Plagegeistern, die in erster Linie zwischen Juni und August anzutreffen sind, aus dem Weg zu gehen, bieten sich die frühen Morgenstunden an. Früh morgens erlebt man die Insekten häufig in der Kältestarre, wenn es zuvor eine kalte Nacht gegeben hat und dies hat einerseits den Vorteil, dass man sich den Insekten in aller Ruhe nähern kann und andererseits ergeben sich sehr schöne Lichtspiele, wenn die Insekten mit Morgentau überzogen sind. Allerdings lohnt sich auch eine Tour in den Abendstunden, denn auch dann ist es leichter sich den Insekten zu nähern, da sich viele Insekten schon einen Schlafplatz suchen und nicht mehr so aktiv sind. In den Abendstunden empfehle ich allerdings ein Mückenspray in den Sommermonaten parat halten.
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Ausrüstung

Die Motivauswahl in der Diepholzer Moornierderung ist sehr groß und das bedeutet, dass verschiedene Objektive zum Einsatz kommen können. In der Landschaftsfotografie verwende ich neben den Weitwinkelobjektiven auch gerne Teleobjektive im mittleren Brennweitenbereich (70-150mm an KB). Ein Makroobjektiv sollte aber auch immer dabei sein und das möglichst zu jeder Jahreszeit, da es nicht nur Insekten zu fotografieren gibt, sondern die Natur auch sonst noch sehr viele Details zum Fotografieren bietet. Wer die Kraniche fotografieren möchte, kommt um sehr lange Brennweiten (500-600mm), häufig in Verbindung mit dem Einsatz eines Telekonverters, nicht herum. Außerdem sollte ein Stativ obligatorisch sein, denn die schönsten Stimmungen fängt man in den frühen Morgenstunden bzw. kurz vor Sonnenuntergang ein und da herrscht bekannter Weise immer sehr wenig Licht.

Fazit

Mein Fazit fällt sehr kurz aus und lautet, dass die Diepholzer Moorniederung immer einen Besuch wert ist und dies auch zu jeder Jahreszeit. Der Herbst und auch das Frühjahr sind allerdings meine Favoriten, da sich zu diesen Jahreszeiten die Natur am schnellsten wandelt und somit am spannendsten sind. Um eine ganz besondere Lichtstimmung einzufangen benötigt man natürlich, neben der guten Vorbereitung, auch ein wenig Glück. Die Nähe zu den Mooren ermöglicht es mir dem Glück etwas nachzuhelfen und mit vielen Besuchen die Chance zu erhöhen, dass ich eine besonders spektakuläre Lichtstimmung erwische.
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Download Karte Diepholzer Moore

Hier können Sie Kartenmaterial von der Diepholzer Moorniederung herunterladen. Zum Ansehen und Ausdrucken benötigen Sie dafür einen PDF-Reader. Ich hoffe die Karten helfen Ihnen sich in den Mooren ein wenig zu orientieren.

 Karte Diepholzer Moore

Stand: März 2012, (Verfasser: Olaf Jürgens)
Aktualisiert: November 2014

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