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Vogelinsel Runde

  1. Lage und Anreise
  2. Unterkunft
  3. Die Insel
  4. Papageitaucher
  5. Die Ausrüstung
  6. Fazit

Lage und Anreise

Die Vogelinsel Runde befindet sich an der Westküste von Norwegen und gehört zu der Gemeinde Herøy.

Übersichtskarte Lage von Runde
Zur besseren Orientierung habe ich in der Übersichtskarte die Lage der Insel gekennzeichnet (für mehr Details bitte links auf die Karte klicken). Fünfundzwanzig Kilometer nordöstlich von Runde befindet sich die schöne Stadt Ålesund, bei der sich ein Besuch ebenfalls sehr lohnt.
Die Insel Runde kann man komplett ohne Fähre vom Festland aus erreichen, da der 7765m lange Eiksundtunnel (der tiefste Straßentunnel der Welt) das Festland von der Kommune Volda aus, mit der Insel Hareidlandet verbindet. Nachdem passieren weiterer Brücken, erreicht man schließlich von der Nachbarinsel Remøya die Insel Runde über eine 428 m lange, einspurige Brücke (die Rundebrua).
Wer mit dem Flugzeug anreisen möchte, der kann den Flughafen Ålesund Airport nutzen, der sich auf der Insel Vigra in der Nähe der Stadt Ålesund befindet. Der Flughafen ist von Deutschland aus nicht direkt anzufliegen, so dass ein Zwischenstop in Norwegen (z.B. Bergen, Trondheim oder Oslo) erforderlich wird. Am Flughafen Ålesund Airport gibt es die Möglichkeit Mietwagen zu buchen. Alternativ dazu gibt es auch Busverbindungen vom Flughafen bis nach Ålesund, um anschließend mit dem Schiff und einer weiteren Busverbindung die Insel Runde zu erreichen.
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Unterkunft

Auf Runde gibt es einige Privatunterkünfte, ein Hotel, Ferienhäuser, eine Jugendherberge und einen Campingplatz. Auf dem Campingplatz kann man neben Stellplätzen auch verschiedene kleinerer Holzhütten (2-4 Personen) anmieten. Eine zusätzliche Übernachtungsmöglichkeit bietet das "Kafé Runde", welches direkt am Hafen von Runde liegt. Laut Betreiber kann man neben der Bewirtung auch Einzel- oder Doppelzimmern buchen und den Gästen stehen großzügige Gemeinschaftsräume, eine Küche sowie zwei Bäder (Dusche/WC) zur Verfügung.
Jetzt folgen schon die ersten beiden Tipps von mir, nehmen Sie sich Zeit für die Insel und zwar ruhig ein paar Tage, da es genügend zu sehen und zu entdecken gibt. Außerdem sollten Sie unbedingt Ihr Quartier vorher buchen, da es gerade an Wochenenden und in den Hauptreisezeiten mit freien Unterkünften schwierig werden könnte. Ich persönlich würde den Campingplatz jederzeit wieder bevorzugen, da man vom Campingplatz den kürzesten Weg für den Einstieg in den Berg erhält und außerdem entfällt dann auch die Suche nach einem Parkplatz.
Ein weiterer Anlaufpunkt ist das neue Umweltzentrum (Runde Miljøsenter), welches im Oktober 2009 fertiggestellt wurde. Zum Zeitpunkt meiner Reise (Juni 2009) war das Umweltzentrum noch im Rohbau und jetzt soll dort auch die Touristeninformation, die vorher in einem kleinen Supermarkt untergebracht war, den Besuchern zur Verfügung stehen. Eine Unterbringung im Runde Miljøsenter ist allerdings nur für Gastforscher vorgesehen, allerdings bekommt man in der Touristeninformation sicherlich noch weiter Tipps zu Unterbringungen.
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Die Insel

Die Insel wird praktisch nur von vogelbegeisterten Leuten besucht, wer sich aus der Vogelwelt nichts macht, der wird auf der Insel nicht viel anderes entdecken. Die Vogelwelt auf Runde ist allerdings außergewöhnlich vielfältig. Man bekommt fast alle Möwenarten zu sehen, außerdem eine Vielzahl von Trottellummen, Tordalken, Basstölpel, Eissturmvögel, einige Seeadler und natürlich die Stars der Insel, die Papageitaucher, aber dazu später noch etwas mehr. Die meisten der Vögel brüten auch auf der Insel.

Karte von Runde
Zunächst ein paar Worte zu der kleinen Insel die ca. 100 Bewohner beherbergt. Für einen besseren Überblick habe ich eine Karte angefügt. Die Insel besteht aus den beiden Orten Runde und Goksøyr. Der Gesamtumfang der Insel beträgt ca. 20km und der höchste Punkt liegt über 330m. In den steilen Feldwänden im Westen der Insel befinden sich die größten Brutkolonien der Vögel. Es gibt die Möglichkeit eine zweistündige Inselrundfahrt mit einem Fischerboot zu buchen. Diese Fahrten werden täglich von Mai bis August angeboten, allerdings finden sie leider nicht immer statt. Das kann zum einen an der Wetterlage liegen und zum anderen an zu geringer Beteiligung. Wir hatten leider Pech und an den 3-4 Tagen Aufenthalt kam keine Fahrt zustande. Die Bootsfahrt würde ich aber beim nächsten Aufenthalt sicherlich nachholen, da man nur mit dem Boot einen sehr schönen Blick in die bis zu 300m hohen Felswände bekommt und so erst die Möglichkeit erlangt viele Vögel überhaupt zu Gesicht zu bekommen. Wenn wir schon bei den Zeiten sind, die beste Reisezeit ist sicherlich von Mai bis Juli, in diesem Zeitraum wird man auf der Insel die meisten Vögel beobachten können. Die Papageitaucher sind im Übrigen am Ende des Sommers nicht mehr auf der Insel anzutreffen.

Das Klima auf der Insel ist für norwegische Verhältnisse recht milde, aber kalte Temperatur und unfreundliches Wetter kann man das ganze Jahr über antreffen. Wir hatten glücklicherweise 3 Tage Sonnenwetter, allerdings sollte man in jedem Fall eine warme und vor allen Dingen windfeste Kleidung dabei haben. Insbesondere für den Fußweg hinauf zum Felsen, sollte mit einem sehr kräftigen und kühlen Wind gerechnet werden.

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Auch wenn es genügend Vögel im Unterland zu beobachten gibt, so wird es einen die meiste Zeit auf den Berg ziehen. Der Aufstieg beginnt in der Nähe des Campingplatzes, ist am Anfang sehr steil und setzt sich dann mit geringerer Steigung fort. Der Weg besteht aus Schotter, Grasfläche und ab und zu bieten einige Holzbohlen einen festeren Tritt. Auf jeden Fall sollte man sehr gutes Schuhwerk mit einplanen. Wenn der Weg direkt zu den ersten Papageitauchern führen soll, so sollte man ca. 30 Minuten für den Fußweg einplanen.
Viele weiter nützliche Informationen zur Vogelinsel Runde finden Sie auf der Website www.insel-runde.de von Thomas Michael Müller.
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Die Papageitaucher

Wie ich schon eingangs berichtet, bietet der Vogelfelsen eine Vielzahl von unterschiedlichen Vögeln. Die eigentlichen Stars und auch das Wahrzeichen der Vogelinsel sind aber die Papageitaucher. Es gibt zwei Standorte oben auf dem Berg, wo sie am besten anzutreffen sind. Wenn man den Fußweg hoch geht, gelangt man zunächst nach Kaldekloven (siehe auch Karte), dort verteilen sich die Papageitaucher auf den kleinen Felsplatten und in den kleinen Höhlen, die sie auch zum Brüten verwenden. Wenn man ca. 5 Minuten weiter südöstlich von Kaldekloven wandert, so kommt man zum Platz namens Lundeura. Bei Lundeura gibt es eine kleine, steile Treppe die herunterzusteigen ist, um ganz in die Nähe der Vögel zu kommen. Aus fotografischer Sicht hat man bei Lundeura höhere Chancen zu Flugaufnahmen zu gelangen als bei Kaldekloven, da man die Flugbahn länger beobachten kann und die Vögel über einem in der Felswand landen.

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Der wichtigste Tipp zu den Papageitauchern ist allerdings, dass die Vögel erst abends anzutreffen sind. Obwohl tagsüber der ein oder andere Papageitaucher auch zu sehen ist, so befinden sich die Vögel in der Regel draußen auf dem Atlantik. Wenn ich von Abends spreche, dann meine ich ab 20 Uhr (eher später), aber keine Panik in den Sommermonaten geht die Sonne am 62° Breitengrad im Grunde genommen überhaupt nicht unter und so kann man auch noch um 23 Uhr gut fotografieren. Es lohnt sich also zu warten, allerdings verschwindet leider das direkte Sonnenlicht etwa im Juni um ca. 21.30h hinter den Felsen. Das späte Eintreffen der Papageitaucher ist auch der Grund, warum man als Tagestourist auf der Insel wenig Freude hat und deshalb schon Übernachtungen einzuplanen sind!
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Ausrüstung

Die Papageitaucher sind auf Runde recht zutraulich und zum Teil auch sehr neugierig. Ich habe mich die meiste Zeit irgendwo ganz ruhig hingesetzt und gewartet bis die Vögel abends nach und nach vom Atlantik auf die Insel zurückkehrten. Wer sich ruhig verhält, wird nicht viel an Brennweite zum Fotografieren benötigen. Meine Aufnahmen von den Papageitauchern entstanden alle mit einem 300mm/2.8er Objektiv und einem Stativ. Es wäre auch mit etwas weniger Brennweite gegangen, allerdings hatte ich mit dem 300mm Objektiv den Vorteil, dass ich mit Hilfe von Telekonvertern auch sehr schöne Portraits machen konnte.

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Ein weiterer Vorteil mit dem schnellen und lichtstarken Teleobjektiv war, dass ich meine Chancen bei den Flugaufnahmen so erhöhte. Die Papageitaucher sind fürchterlich schnelle Flieger und sie schießen wie ein Pfeil in ihre Bruthöhlen bzw. landen blitzschnell auf den kleinen Felsvorsprüngen. Der Ausschuss an misslungenen Flugaufnahmen war enorm. Genauso schwierig ist es einen Papageitaucher beim Abflug von der Insel zu erwischen, da der Absprung vom Felsvorsprung nahezu ansatzlos geschieht. Eine kleine Herausforderung ist die richtige Belichtung der Papageitaucher, da der Vogel mit seinem schwarzweißen Gefieder den maximalen Kontrast bietet und es leicht passiert, dass entweder bei den weißen oder den schwarzen Stellen des Gefieders keine Zeichnung mehr im Bild zu erkennen ist. Hier empfehle ich bei der Digitalfotografie eine leichte Unterbelichtung und anschließend bei der Bildbearbeitung ein leichtes anheben der dunklen Bildpartien.

Einige Gebiete der Insel stehen unter Naturschutz und dürfen insbesondere im Frühjahr und Sommer nicht betreten werden, allerdings kommt man dennoch sehr gut an die Papageitaucher heran. Außerdem konnte ich bei meinen Aufnahmen der Papageitaucher auch immer wieder einige Seeadler beobachten die vor der Insel kreisten. Um die Seeadler fotografisch einigermaßen gut zu erwischen, wären aber mindestens 600mm Brennweite erforderlich.
Auf der Insel gibt es einige Wasserlöcher (siehe auch Karte). wo sich immer wieder Vögel einfinden. Es gibt daher genügend Vögel zu entdecken, allerdings gebe ich zu, dass ich meinen ersten Aufenthalt überwiegend den faszinierenden Papageitauchern gewidmet habe.
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Fazit

Als Fazit möchte ich nun ziehen, dass die Vogelinsel Runde, insbesondere für Naturfotografen, ein sehr lohnenswertes Ziel ist, aber auch alle anderen naturbegeisterten Besucher kommen auf ihre Kosten. Für mich war das sicherlich nicht der letzte Besuch auf der Insel. Es ist nur Schade das die Insel von Deutschland aus gesehen vergleichsweise aufwendig erreichbar ist, aber da Norwegen insgesamt ein schönes Reiseziel ist, lässt sich Runde auch gut in einen Norwegentrip einbauen.
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Stand: Januar 2010, (Verfasser: Olaf Jürgens)

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