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Naturfotografie auf den Lofoten

  1. Lage und Anreise
  2. Die Infrastruktur
  3. Die Hotspots
  4. Haukland und Utakleiv Beach
  5. Flakstad und Vikten Beach
  6. Ganz im Süden
  7. Winter auf den Lofoten
  8. Die Kosten
  9. Die Ausrüstung
  10. Fazit
  11. Download Lofoten

Lage und Anreise

Die Lofoten bestehen aus einer ca. 190 km langen Inselgruppe die aus etwa 80 Inseln bestehen und im Norden von Norwegen liegen. Die größten Inseln der Lofoten sind der Größe nach: Austvågøya, Vestvågøya, Moskenesøya, Flakstadgøya, Gimsøya. Insgesamt kommen die Lofoten damit auf eine Gesamtfläche von 1227 km².

Übersicht der Lofoten
Zur besseren Orientierung habe ich links eine Übersichtskarte beigefügt (für mehr Details bitte links auf die Karte klicken). Wenn man die Lofoten zum Zweck der Naturfotografie bereisen möchte, gibt es im Grunde genommen die Entscheidung zwischen der Anreise mit dem eigenen Auto oder dem Flieger. Wählt man das eigene Auto, so wird man zusätzlich noch zwei Fährverbindungen benötigen, es gibt zwar auch die Möglichkeit die Øresund-Verbindung zwischen Dänemark und Schweden zu nutzen, aber da mit dieser Verbindung keine Zeit und kaum Geld gespart wird, kann ich diese Route nicht unbedingt empfehlen. Insgesamt sollte man für den Weg zu den Lofoten mit dem eigenen Auto 2-3 Tage einplanen und zwar nur für den Hinweg! Welche Fährverbindung für den Weg nach Norwegen gewählt wird, sollte man auch vom eigenen Wohnort abhängig machen. Eine mögliche Verbindung wäre die Fähre zwischen Kiel und Oslo, diese Verbindung ist aus meiner Erfahrung die komfortabelste Fährverbindung, da man auf dem Schiff eine Übernachtung hat und ausgeruht in Oslo die Reise fortsetzten kann. Alternativ gibt es noch die Verbindung Kiel - Göteborg, oder von Puttgarden nach Rødby, wo man dann über Schweden nach Norwegen einreist. Einen Überblick über alle Fährverbindungen habe ich in dieser Zeichnung dargestellt: Klick.
Die wesentlich schnellere Möglichkeit auf die Lofoten zu kommen ist der Weg per Flugzeug. Flüge werden z.B. von Frankfurt über Oslo nach Bodø angeboten. Den Weg vom Festland auf die Lofoten kann man dann wahlweise ebenfalls mit dem Flieger oder per Fähre beschreiten. Auf den Lofoten gibt es die beiden Flughäfen in Svolær und Leknes, die von der Fluggesellschaft Widerøe angeflogen werden. Bei guter Sicht ist der Anflug auf die Lofoten sehr reizvoll, aber auch die Fährverbindung ist lohnenswert. Insbesondere in der Nebensaison sollte man sich den Fährenplan vorher genauer anschauen, damit nicht unnötige Wartezeiten bei der Anreise entstehen.
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Die Infrastruktur

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Auf den Lofoten leben ca. 24.000 Einwohner und damit ist die Inselgruppe ähnlich dünn besiedelt wie der Rest von Norwegen. Unterbringungsmöglichkeiten gibt es allerdings ausreichend und man hat die Wahl zwischen Campingplätzen, die auch häufig kleine Hütten anbieten, Hotelzimmern und Ferienhäusern. Wer es noch preiswerter haben möchte kann auch in den insgesamt vier Jugendherbergen, die es auf den Lofoten gibt, Unterkunft finden. Diese Jugendherbergen werden in Norwegen Wanderheime (vandrerhjem) genannt und stehen allen Reisenden, unabhängig vom Alter, zur Verfügung. Mit einem internationalen Jugendherbergsausweis bekommt man noch einmal 10% Rabatt auf die Unterkunft. Außerdem gibt es noch zahlreiche Hostels, also preiswerte Herbergen, auf den Lofoten. Natürlich besteht auch die Möglichkeit des Wildcampens auf Grundlage des "Jedermannsrecht". Allerdings gibt es für das "Jedermannsrecht" auch feste Regeln, über die man sich vorher erkundigen sollte. Wenn der Zeltplatz zu keinem Grundstück gehört, nicht eingezäunt ist und ein paar hundert Meter von einer Siedlung entfernt ist, so ist die Übernachtung für eine Nacht mit einem Zelt kein Problem.
Auf den Lofoten bewegt man sich am besten mit dem eigenen Auto bzw. dem Leihwagen fort. Es gibt zwar auch öffentliche Verkehrsmittel, allerdings fahren viele Busse oft nur 1-2 mal am Tag und wenn Schulferien sind, fahren die Busse sogar noch seltener. Alle Inseln der Lofoten sind mit mautfreien Brücken oder Tunnel miteinander verbunden. Die Hauptstraße auf den Lofoten ist die 170 km lange Europastraße 10 (E10), die im Süden bei dem Ort Å beginnt und im Norden der Lofoten im Ort Fiskebøl endet.
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Die Hotspots

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Naturfotografen bestimmte Hotspots auf den Lofoten zu empfehlen ist eigentlich überflüssig und dies liegt nur daran, dass die gesamte Inselgruppe der Lofoten aus Hotspots besteht. Egal wo man hinfährt oder hinwandert, es bieten sich unzählige Motive, die natürlich von Tages- und Jahreszeit unterschiedlich beeinflusst werden. Außerdem ist es natürlich auch vom persönlichen Geschmack abhängig welche Motive angestrebt werden. Wenn jemand in seinen Landschaftsbildern gerne kleine Fischerorte einbinden möchte, der wird entsprechende Motive im Süden der Lofoten, in den Orten Nusfjord, Reine und Å finden. Ich möchte dennoch versuchen ein paar Ziele auf den Lofoten aufzuzählen, die ich als empfehlenswert einschätze. Zu besseren Übersicht habe ich die Ziele auf einer Karte vermerkt: Klick. Empfehlen kann ich die Landstraße 815 , die auf der Südseite von Vestvågøya verläuft. Auf der Insel Austvågøya lohnt sich ein Abstecher nach Sildpollneset, von wo man einen beindruckenden Ausblick über den Austnesfjord bekommt.
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Ebenso ist ein Besuch des Nusfjords lohnenswert, der im Süden der Insel Flakstadgøya zu finden ist. Am Ausgang des Fjords befindet sich der kleine Ort Nusfjord der ein wenig den Charme eines Hochgebirgdorfes hat. Dieser Ort befindet sich im Privatbesitz und für dessen Besuch ist ein Eintrittsgeld von 50 NOKs (ca. 7 Euro) zu entrichten. In vielen Reiseführern wird der Trollfjord als einer der schönsten Fjorde Norwegens beschrieben. Dieser Fjord lässt sich, wie auch der sehr bekannte Geirangerfjord, nur per Schiff bereisen. Leider hatte ich aber noch nie eine Gelegenheit den Trollfjord zu besuchen, da ich die Lofoten bis jetzt immer nur außerhalb der Saison bereist habe und zu diesen Zeiten keine Fähren in den Trollfjord fahren.
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Haukland und Utakleiv Beach

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Den Haukland Strand findet man auf der Nordseite der Insel Vestvågøya und zwar ganz in der Nähe des kleinen Ortes Haukland. Dieser ca. 2 km lange, durch eine Klippe geteilte, Strand ist so ziemlich der schönste Strand den ich bis jetzt in natura gesehen habe. Der Strand bildet einen Halbmond und zeichnet sich durch seinen weißen, feinen Sand aus, den man auf den Lofoten nicht vermuten würde. Der Strand ist umgeben von Steilwänden und kleinen Gebirgen im Wasser. Dazu kommt noch das türkisfarbene klare Wasser, welches zum sofortigen Hineinspringen animiert, jedenfalls wenn es einem dabei gelingt die Wassertemperaturen auszublenden.
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Etwa 2 km nördlich vom Haukland Beach befindet sich der Utakleiv Beach, ein ebenfalls sehenswerter Strand aus Sand und Felsen (siehe Karte). Seit einigen Jahren kann man vom Haukland Beach direkt durch einen Tunnel fahren und erspart sich den Fußweg um den Berg "Veggen" herum. Wenn man mit dem Auto ganz zum Strand fahren möchte, muss man noch eine kleine Gebühr von 20 NOK in eine Blechdose bezahlen. Die Felsklippen bieten dort sehr viele Fotomotive, allerdings sollte man sich dort sehr vorsichtig bewegen, denn die Kombination aus feuchten Felsen und winzig kleinen Algen wirkt wie Schmierseife. Utakleiv bietet morgens und abends viele Fotomotive und sollte bei einer Lofoten-Tour auf keinen Fall ausgelassen werden.
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Flakstad und Vikten Beach

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Der Strand von Flakstad befindet sich im Süden der Lofoten auf der Insel Flakstadøya und biete insbesondere am Abend eine sehenswerte Kulisse (siehe Karte). Auf den Flakstad Beach dürfte wohl jeder Lofoten-Tourist stoßen, denn der Strand liegt direkt an der E10 auf der Route Richtung Süden der Archipel. Im Hintergrund vom Strand lässt sich die Südseite vom Berg Hustinden als Fotomotiv sehr schön in Szene setzten. Wenn man der E10 nur ca. 2,5 km weiter südlich folgt, erreicht man einen weiteren Sandstrand welcher direkt beim Ort Ramberg liegt. Der Strand liegt in einer kleinen Bucht und ist ca. 1 km lang.
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Den Ort Vikten, im südlichen Teil der Lofoten, erreicht man vom Norden aus kommend, indem man den 1780 m langen Nappstraumentunnel durchfährt und hinter dem Tunnel ca. 5 km weiter südlich der E10 folgt (siehe Karte). Am Ort angekommen liegt westlich ein sehr kleiner Sandstrand, der mit vielen kleineren und größeren Felsen einige schöne Fotomotive liefert.
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Ganz im Süden

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Fährt man die E10 Richtung Süden bis zum Ende der Lofoten, so wird die Umgebung geprägt von steilen, hohen Felswänden und kleinen Fischerorten die sich malerisch in die Felslandschaft integrieren. Das Anreihen der kleinen Fischerorte wird gestartet von dem kleinen Ort Hamnøya und setzt sich weiter fort mit den Orten Olnilsøya, Sakrisøya, Reine, Søvågen und dem südlichsten Ort Å. Die Orte liegen alle ganz dicht beieinander und sind zum Teil durch Brücken oder kleinen Tunneln miteinander verbunden. Sucht man also kleine, bunte Fischerhütten, so ist man hier goldrichtig. Im Hochsommer ist natürlich viel touristischer Betrieb in dieser Gegend aber in der Nebensaison ist das Schlendern durch die Orte ein echtes Vergnügen und unbedingt empfehlenswert.
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Winter auf den Lofoten

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Den Winterurlaub ca. 200 km nördlich des Polarkreises zu verbringen erntet bei vielen erst einmal Kopfschütteln. Wer aber einmal die Winterlandschaften auf den Lofoten erleben konnte, wird sicherlich nicht mehr zu denjenigen zählen, die beim Hören des Zielortes mit den Kopf schütteln. Weit verbreitet ist auch die Meinung, dass man in Nord-Norwegen im Winter die Sonne nie zu Gesicht bekommt. Anfang Februar geht beispielsweise die Sonne ca. 9.00 Uhr auf und ca. 15:30 Uhr unter. Einschließlich des Dämmerungslichts bekommt man also genügend Zeit die Lofoten bei Licht zu erleben. In klaren Nächten hat man dann zusätzlich Gelegenheit sich auf die Suche nach dem Polarlicht zu machen. Ein weiteres Vorteil sind die Temperaturen. In der Regel ist es auf den Lofoten zwar etwas kälter als zeitgleich in Deutschland, allerdings sorgt der Golfstrom für gemäßigte Temperaturen in der Relation zum Breitengrad der Lofoten. Es können also auch durchaus Plus-Temperaturen im Winter herrschen.
Wer im Übrigen einmal den Stockfisch im frischen Zustand erleben möchte ist am Jahresanfang auch am besten auf den Lofoten aufgehoben, da im Januar der Fisch bereits gefangen wird und zum Glück dann noch nicht so streng riecht wie im Verlauf des Sommers ;-)
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Die Kosten

Die Nordeuropäischen Länder sind als Reiseziel nicht günstig und das trifft auch leider auf die Inselgruppe der Lofoten zu. Wie ich schon am Anfang dieses Reiseberichtes erwähnte, ist für mich eine Reise per Flugzeug auf die Lofoten, insbesondere bei kürzeren Reiseaufenthalten, meine bevorzugte Wahl. Ein Lufthansa-Flug in der Economy Class von Frankfurt über Oslo, Bodø und abschließender Landung in Svolvær oder Leknes schlägt mit ca. 600.- Euro pro Person zu buche. Preiswerter wird es, wenn man von Bodø mit der Fähre auf die Lofoten weiterreist, oder gleich als Zielflughafen die Stadt Narvik oder Evenes auf dem Festland auswählt. Für die Weiterreise von Narvik (ca. 240 km) oder Evenes (ca. 170 km) auf die Lofoten muss man dann noch entsprechend Fahrtzeit mit dem Leihwagen einkalkulieren, bis man schließlich Svolær auf den Lofoten erreicht.

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Für einen Leihwagen der Kompaktklasse, bei einer der namenhaften Verleihfirmen, sollten man ca. 500 Euro pro Woche im Sommer und ca. 400 Euro im Winter einkalkulieren. Bei den Unterkunftskosten kommt es stark auf die Art und Weise an. Etwas größere Ferienhäuser sind außerhalb der Hauptsaison (Sommerferien) schon ab ca. 60 Euro am Tag zu bekommen und damit lassen sich dann ganz gut die Reisekosten reduzieren, insbesondere wenn man zu zweit fährt, da man sich dann weitestgehend selbstversorgen kann und man auch nicht an irgendwelche Frühstückszeiten gebunden ist, wie das bei anderer Unterkunftsarten der Fall sein könnte.

Beim täglichen Einkaufen in Norwegen bekommt man zu spüren, dass die Kaufkraft eines Euros in Norwegen nicht mehr als 0,72 Euro beträgt (Quelle: OECD, Stand April 2017). Somit ist beispielsweise ein Restaurantbesuch in Norwegen spürbar teurer als bei uns in Deutschland (ca. 30-40%). Bei den Lebensmitteln empfehle ich bei den größeren Supermärken in den Städten einzukaufen, denn hier sind die Preise deutlich günstiger als in den kleinen Läden. Auch wenn Norwegen ein Land mit Erdölvorkommen ist, so liegen leider die Benzin- und Dieselpreise trotzdem auf unserem hohen deutschen Niveau. Zum Schluss noch eine positive Nachricht, alle Straßen, Brücken und Tunnel sind frei von Maut.
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Ausrüstung

Für die Landschaftsfotografie sollte man Brennweiten zwischen 20mm bis 200mm (bezogen auf Kleinbild) einplanen. Auf ein Stativ würde ich in keinem Fall verzichten wollen. Zum einen hilft ein Stativ bei der Bildgestaltung und zum anderen sorgen interessante Lichtverhältnisse für lange Verschlusszeiten. Dann sollte ein Filtersatz unterschiedlicher Verlaufsfilter nicht fehlen und auch ein Polfilter ist bei vielen Motiven sinnvoll. Wildlifefotografie habe ich auf den Lofoten noch nie betrieben, aber grundsätzlich sollte so viel Brennweite wie möglich mitgenommen werden.

Fazit

Wer einmal die Lofoten besucht hat, der wird sie mit sehr großer Wahrscheinlichkeit weitere Besuche folgen lassen. Insbesondere für Landschaftsfotos bieten die Lofoten unendlich viele Möglichkeiten. Auch wenn die Anreise recht aufwendig und das Wetter typisch nordisch ist, so wird man doch Vorort mit traumhaft schönen Landschaften entschädigt. Auch für Wildlifefotografie bieten die Lofoten viel Abwechslung. Bei meiner letzten Reise auf den Lofoten hatte ich innerhalb von einer Woche allein sieben Begegnungen mit Seeadlern. Im Norden der Lofoten, an der Grenze zu den Vesterålen, hat man realistische Chancen auf Begegnungen mit Elchen. Seevögel fotografiert man wohl am besten bei den Vogelfelsen Vedøya auf Røst oder Måstadheia auf Væøy dessen Artenreichtum als einer der reichsten auf der Welt gilt. Über die Bedingungen bei den Vogelfelsen kann ich allerdings nichts sagen, da ich diesen Teil der Lofoten bis jetzt noch nicht kennen gelernt habe.
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Download Karte Lofoten

Hier können Sie eine Karte von den Lofoten herunterladen. Zum Ansehen und Ausdrucken benötigen Sie dafür einen PDF-Reader. Ich hoffe die Karte hilft Ihnen sich auf den Lofoten ein wenig zu orientieren. Ich empfehle aber zusätzlich den Kauf einer Karte für die Lofoten mit einem Abbildungsmaßstab von 1: 100.000. Wer auf den Lofoten Wandern möchte, dem empfehle ich von "Turkart" die drei Teilkarten der Lofoten (Vågan, Vestvågøy und Vest-Lofoten) mit einem Abbildungsmaßstab von 1:50.000.

 Karte Lofoten

Stand: November 2012, (Verfasser: Olaf Jürgens)
Aktualisiert: März 2020

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